Alles Quadrat

Ilse Aberer blieb in ihrer Arbeit in der Paedakoop der Beschäftigung mit geometrischen Grundformen treu.

Ein Quadrat vermittelt große Klarheit und erlaubt größtmögliche Freiheit in der Interpretation. Ob ich im Quadrat ein Stück Himmel sehe, meine helle Mitte, die Lieblingsfarbe meines Traktors...oder einfach meine allerliebste Farbe, alles ist erlaubt.

Zu viel, zu laut, zu groß, zu spektakulär ist so vieles heute. Ilse Aberers Anliegen ist die Kraft der leisen Töne. Diese sollen zum Klingen gebracht werden, der Zugang zum Nichtgesehenen, Nichtgehörten, Nichtgespürten soll ermöglicht werden.

Es sollte für jeden lediglich eine einzelne Arbeit entstehen.  Und jede einzelne davon ist durch ihre Bearbeitung zu einer wirklichen Kostbarkeit geworden. Das selbstgewählte Quadrat wurde liebevoll geschliffen, in mehreren Schichten grundiert und dann mit der Lieblingsfarbe bemalt.

Die Kinder und Jugendlichen zeigten Geduld, Ausdauer, Hingabe und Durchhaltevermögen.

Die Arbeiten wurden in einer temporären Installation der Öffentlichkeit präsentiert.

 

Kunst und Bau

Acht  Künstlerinnen und Künstler arbeiten über vier Jahre hinweg je zwei Monate in der Paedakoop Schlins.

 

Gestartet hatte dieses Projekt mit der Vorarlberger Künstlerin Maria Jansa, die im Frühjahr 2016 mit dem Projekt Tonobjekte im Feldbrand gewirkt hat.

Die Lemniskate, die liegende Acht, steht für Unendlichkeit und diese war Ausgangspunkt einer sehr poetischen und gleichzeitig sehr archaischen Kunst, die Kinder und Jugendliche mit Maria Jansa schufen.

Höhepunkt dieser Arbeit war das Brennen der Objekte im Feldbrand auf freiem Gelände.

 

 

Im Herbst 2016 erarbeitete der in München lebende Künstler FLATZ mit Kindern und Jugendlichen faszinierende Objekte, die schließlich in einer Ausstellung gezeigt wurden.

FLATZ wählte das Thema Haus: Was ist ein Haus? Wozu dient es? Aus welchen Materialien kann es gebaut werden?

Mit Gesprächen, Zeichnen, Planen und dem Bau von Modellen gelang es den Jugendlichen, Bilder und Objekte von hoher Eindrücklichkeit zu schaffen.

Und FLATZ gelang es, im Rahmen des Ateliers, Räume, Gedanken und Gefühle zu öffnen – und den Einen oder Anderen für Kunst und damit eine Auseinandersetzung mit sich und dem Leben zu begeistern.

 

 

Im Frühjahr 2017 verwirklichte das Künstlerpaar Bele Marx & Gilles Mussard ein großes Projekt mit dem Titel heimat–made in schlins, ein festiver filmdrehtag. Die Arbeit dieser beiden Monate, alle Vorbereitungen und Übungen in den Bereichen der Zeichnung, Video, Performance, Skateboarding, Pétanque u.v.a., mündete in einen festiven Drehtag auf der Burgruine Jagdberg.

Befreundete, unterstützende KünstlerInnen bereicherten das Projekt zusätzlich. Alle Mitwirkenden, die Jugendlichen, die rund 80 MitarbeiterInnen der Paedakoop und auch die am Jagdberg ansässigen Flüchtlingsfamilien wurden aktiv eingebunden.

Es entstanden wunderbare Bilder und Szenen, die Anfang Oktober im Rahmen einer Rohfilmpräsentation und einer Ausstellung im Alten Hallenbad in Feldkirch gezeigt wurden; später konnten einige der Werke mehrere Wochen lang in der Fassade und der Aula der Sparkasse Feldkirch gesehen werden.

Im März 2018 wurde eine überarbeitete Fassung im vorarlberg museum gezeigt.

 

Im November und Dezember letzen Jahres wurde unser Atelier von Ferdinand Ruef besetzt.

Es entstanden hunderte Skizzen, Zeichnungen und Drucke. Ein Teil davon wurde in einem Kunstbuch herausgegeben, das im Mai in der Galerie Lisi Hämmerle in Bregenz präsentiert wurde. 

 

Und im April und Mai arbeitete nun Ilse Aberer in der Paedakoop Schlins.

 

                                    Fotos: Paedakoop, Ilse Aberer